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Das ist der Herzschlag, der zusammenhält

This song is by Paul Graetz and appears on the compilation Friedrich Hollaender - Wenn ich mir was wünschen dürfte (1996) and on the compilation Singt eener uff'n Hof - Kurt Tucholsky als Kabarettautor (1999).

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Losjeleecht, ranjefeecht, ran an' Speck!

Unabhängje jibbs un Mehrheitssozialisten
Die von rechts und sojenannte Bolschewisten
Wer nicht hört, wird abjeknallt
Jeda glaubt nur der Gewalt
Jedamann hat Ideale
Eins, zwei, drei, vier

Jeda Stand und jedes Land hat Sondergruppen
Unsre ganze Erde wimmelt voller Truppen
Imma mit de Ruhe!
Ohne det Jetue
Kommt die Welt vielleicht zurück
Zum kleinen bisschen Glück
Und üba dem Jeknatta und Jerauf
Herrgott, ich geb die Hoffnung noch nicht auf
Es ist ein Herzschlag, der zusammenhält
Die Republik trotz einer Flammenwelt

Vertragt euch, Kinda, reicht euch einmal doch die alte Bruderhand
Hoch üban Schlagbaum weg, die ganze Welt ist nur ein einzjes Land
Solang für alle eine Sonne scheint
Man überall auf Erden lacht und weint
Erst wenn wir Mensch zum Menschen stehen
Da sag ich: "Ja, ein solches Volk, das darf nicht untergehen!"

Losjeleecht, ranjefeecht, ran an' Speck!

Jetzt im Lenz, wenn alle kleinen Knospen springen
In Jrünau die ersten Finken leise singen
Zuckt es durch die Großstadt hin
Tippmamsell und Schneiderin
Jeder Mann hat seine Brautens
Eins, zwei, drei, vier

Kleine Mädchen kommen in die Lenzeswochen
Hütchen auf, hier könn' Familien Kaffee kochen
Lenchens weiße Fahne
Uff de Vorortbahne
Wird zaknautscht - wie kommt det bloß?
Uff eim fremden Schoß
Der Chef im Auto, Maxe uffn Rad
Na Jott, Kinda, was eint denn schließlich sone janze Stadt?
Frollein, hörnsema, det is der Herzschlach, der zusammhält
Süß einjehakt in einer Flammwelt

Steicht da Tarif un steicht da Streuselkuchen un det helle Bier
De Neese hoch, denn uns kann keener, Mensch, vastehste: Wir sind wir!
Solang der Dampfer puckert zur Abtei
Sich Pärchen knutschen im April und Mai
Wir Arm in Arm ins Freibad jehen
Da saachick: "Nein, sone Stadt, die darf nicht untajehen!"

Losjeleecht, ranjefeecht, ran an' Speck!

Jeh ich durch die Straßen um die Berolina
Seh ich die Visagen dicka Jeldvadiena
In dem wilden Gaukelspiel
Jeld besaacht heut jaanich viel
Jeda zählt die braunen Scheine
Eins, zwei, drei, vier

Wie die Kavaliere mit den Nutten tanzen
Russland importiert die Händler und de Wanzen
In den Lokalen
Sieh, wie se zahlen
Der Lockenkopp, die Schmalzfrisur
S ist alles bloß Glasur
Und ob auch fiebernd tobt ein ganzes Land
Wat hilft uns raus aus all dem Unverstand?
Das ist der Herzschlag, der zusammenhält
Trotz Rebellion und einer Flammenwelt

Wenn auch die Nachbarin schwimmt in Sekt und Kokain bis früh um Vier
Und klettat hoch und immer höha noch das Überseepapier
Solang die Kiefan stehn im Jrunewald
Solang die Sonne uff den Asphalt knallt
Solang wir noch uff Arbeet jehen
Da saarick ich: "Nein, ne solche Stadt, die darf nich untajehen!"

Losjeleecht, ranjefeecht, ran an' Speck!

Ach, ich Unschuldsengel dacht November Achtzehn
Endlich, endlich werde ich's einmal vollbracht sehn
S blieb wie einst Paradefeld
Republik war abjemeldt
Noske ließ Kommis marschiern
Eins, zwei, drei, vier

Alle hatten bloß die Augen links jewendet
Alle hat der Glanz des Achselstücks vablendet
Bis die ertappten
Glänzend verkappten
Jagow, Traub und Bredereck
Uns zogen in den Dreck
Doch siehe da, die Zeit war nicht mehr jroß
Und warum zog das ab, ganz lüttwitzlos?
Das war der Herzschlag, der zusammenhält
Trotz Kapp und Pack und einer Flammenwelt

Setzt eure Flinten, eure Säbel, eure Panzerautos ab
Wir komm'n ohne das viel bessa in den juten ollen Trab
Solang in unsern Wäldern rauscht der Wind
Die Ähren golden auf den Feldern sind
Die Mühlen sich im Winde drehen
Da sag ich: "Nein, ein solches Land, das darf nicht untajehen!"

Credits

Lyrics by:

Recorded:

August 1920 in Berlin - Odeon 311424/25

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