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Das Leben ohne Zeitverlust

This song is by Gisela May and appears on the album Gisela May singt Erich Kästner (1968) and on the compilation album Das Lied von der May (2012).

This song is a cover of "Das Leben ohne Zeitverlust" by Ursula Herking.
Das Leben ohne Zeitverlust

Manche Frauen lieben kranke, blasse Dichter
Dagegen hab' ich nichts, dagegen hab' ich nichts
Manche Frauen blüh'n beim Anblick roter Mordgesichter
Dagegen hab' ich nichts

Andere Frauen lodern auf bei jungen Männern
Wieder andere ludern gern mit kalten Kennern
Dagegen hab' ich nichts

Mein Herz hat mehr als eine offene Tür
Deshalb hab' ich nichts dagegen -
Doch ich hab' auch nichts dafür

Ich hab' meinen Leben lang nur einen Mann geliebt
Und ich hab' Glück gehabt, dass es ihn gab und noch gibt
Ihm bin ich zugetan, ob es Tag oder Nacht ist
Ich liebe stets den Mann, der grad' an der Macht ist!

Ob er nun Staatsmann ist, ob Börsenheld, ob Krieger
Ich liebe den Sieger!
Drum kann gescheh'n was will, ich liege immer richtig
Und bei der Liebe ist das ganz besonders wichtig

Man hat mich im Verdacht
Ich liebte nur das Neue
Oh nein, ich liebe nur die Macht
Und halte ihr die Treue!

Wen ich liebe, der kann schön sein wie ein Wandbild
Dagegen hab' ich nichts, dagegen hab' ich nichts
Oder er kann groß und schwer sein wie ein Reiterstandbild
Dagegen hab' ich nichts

Er kann alt und kahl und sparsam im Verbrauch sein
Bös' und bauchig kann er selbstverständlich auch sein
Dagegen hab' ich nichts

Er darf auch wild sein wie ein junger Stier
Ich hab' wirklich nichts dagegen -
Doch ich hab' auch nichts dafür

Nur mächtig muss er sein, dann steigt in mir die Flut
Dann wirft ein einz'ger Blick mir rote Fackeln ins Blut
Ich brenne wie ein Wald, wenn mein Herz erst entfacht ist
Dann hab' ich Temperatur, ob es Tag oder Nacht ist

Er kann ein Henker sein, ein Teufel oder Tiger
Dann ist er der Sieger
Drum kann gescheh'n was will, ich liege immer richtig
Und heutzutage ist das ganz besonders wichtig

Ich bin ein schwaches Weib, ich kenn' keine Reue
Und wer die Macht verliert, verliert meine Treue!

Wer die Macht verloren hat soll untergehen
Dagegen hab' ich nichts, dagegen hab' ich nichts
Wenn er will kann er auch zitternd um Erbarmen flehen
Dagegen hab ich nichts

Meinetwegen kann er Memoiren schreiben
Oder sich erschießen oder leben bleiben
Dagegen hab ich nichts

Die neuen Männer träumen schon von mir
Deshalb kann's mir einerlei sein
Ob er tot ist, oder hier

Nun ja, die Erde ist ein großer Wandelstern
Und nach den neuen Herrn kommen noch neuere Herrn
Bis schließlich eener kommt, welcher stets an der Macht ist
Er reißt mich in den Arm, ob dann Tag, ob da Nacht ist

Es wird kein Staatsmann sein, kein Schieber und kein Krieger
Und trotzdem der Sieger!

Und auf dem Stein soll steh'n:
"Nun liegt sie wieder richtig
In dieser Lage ist das ganz besonders wichtig
Es war nicht angebracht, dass sie etwas bereute
Sie liebte nichts, als die Macht
Und tut es noch heute!"

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