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Stille

This song is by Dota and appears on the live album Solo Live (2011).

Zwischen dem was Du sagst, und was ich sage
Stevie Wonder auf Vinyl, und die Nadel in der Rille
Songs in the Key of Life und dazwischen
Zwischen zwei Tropfen vom Wasserhahn
Zwischen zwei Autos, die unten fahren
Es nestelt, es schluckt, es hustet, es seufzt dann - Stille
Ein leises Räuspern - Stille
Ich höre einen Hund bellen - Stille
Während die Worte sich umstellen - Stille
Während die Hirne verkalken - Stille
Und nur das Knacken der Balken - Stille
Verschüttet in der Grube untertage.
Stille zwischen dem was Du sagst und was ich sage

Sie ist Dein bester Freund im Erzieherpraktikum
Nach der Disco, nach der Demo, nach der trillerpfeifentrillernden Versammlung
In der Einkaufstraße, in der Einflugschneise
Sehn' ich mich nach Ihr, dann fällt die Tür zu, es ist leise
Sogar sehr leise.
Ich atme aus, Unterseeboot, Kirchenschiff. Und es geschehe Dein Wille.
Dann: Amen.
Dann: Stille.

Sie breitet ihre unsichtbaren Arme nach Dir aus
Fängt Dich sanft und lässt Dich schlafen und
War ganz kurz vor dem Abriss noch im Haus.
Sie spannt sich, wenn im Wald Reh und Jäger Blicke tauschen
Kurz bevor der Schuss knallt. Sie ist voll Rauschen.
Leise oder laut rauschende Stille überm Ozean
Vorbeirauschend gestörte Stille nachts über der Autobahn.
Stei'g einfach nachts mal aus an der A4 und lass sie weiterfahren.
Im Nordmeer weht sie knirschend über eingefrorene Eisbrecher
Auf dem stillgelegten Truppenübungsplatz im Lautsprecher
Sanft liegt sie überm sommerlichen Tal, nur hin und wieder ein Grille
Ansonsten.

Stille nach dem Hörsturz, Stille nach dem Stromausfall
Stille nach dem Furzkissen. Stille vor dem Urknall.
Stille in den Plattenbauten, wo keiner mehr wohnt.
Und in der Wüste. und auf dem Mond.
Stille vorm Gewitter, jeder Vogel hält den Schnabel.
Und unter der Erde außen um die Telefonkabel
Schon vor den Dinosauriern und vor jeder Bazille
Strich sie um die Erde und zeigte ihre Größe
Stille.

Füßescharrend, federkratzend schwitzt sie mit im Prüfungsraum
Sitzt sie im Versteck mit Dir. Auf einem Ast im Baum
Händeringend schaut sie bang vom Telefon zur Uhr
Hoffend und besorgt steht sie mit Dir auf dem Klinikflur.
Und nach dem unpassenden Spruch, dem ziemlich dummen.
Stille im Hörer - allenfalls ein leises Summen

Sie war im Hintergrund immer schon vorhanden, man bemerkt sie kaum.
Ewig wird sie herrschen. Sie alleine füllt Weltraum.
Stille. Herrschst Du auch, wenn keiner da ist, der Dich hört?
Die Große Majestät, leicht zu entmachten, schnell zerstört
Und immer wieder neu. Die, deren Wesen jeder kennt
Und immer gleich verschwunden, wenn jemand ihren Namen nennt.
Und der Gewinner ist… Stille… dann Applaus.
Stille nach Dir sehn ich mich, bei Dir kenn' ich mich aus
Und ruhe mich, erquickst mich, wenn ich meinen Durst nach Dir
Stille.

Den Moment hier auszudehnen, wirst gewaltig
Und gestaltig als Prophetin Deiner selbst ein Nichts verhallt.
Ich halte es kaum aus. Und dann fühlt es sich so an
Als ob der Kopf implodiert. Die Stille wird Tyrann.
Es bleibt ein Vakuum. keine Luft, kein Schall
Stille - ein Moment im freien Fall.
Sie saugt jeden Gedanke ab, verdammt, ich brauch Musik!
Stille. Nach dem Schuss und nach dem Atomkrieg
In fünfzehntausend Jahren wahrscheinlich Stille überall.
Aber jetzt eben Musik!
Entschuldige den Überfall
…Es war ja nur 'ne Frage.
Stille.
Zwischen dem was Du sagst und was ich sage.

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